

Der bekannte Autor Roland Zingerle, Verfasser der Klagenfurter „Kneipen-Krimis“, die in regelmäßige Folge vom Verlag Johannes Heyn herausgegeben werden, weilte zu einer Lesung mit Vortrag und Diskussion am 29. Oktober 2007 an der WIMO. Zu dieser Veranstaltung, an der 5 Klassen mit etwa 100 SchülerInnen teilnahmen, hatten Prof. Dr. Gerhard Hammerschmied, Bibliothekar der WIMO, und Prof. Mag. Hermann Wilhelmer für die DeutschlehrerInnen eingeladen.
Roland Zingerle beschrieb in seiner literaturgeschichtlichen Einführung die Entwicklung von Kriminalromanen und deren populären Formen vom Alten Testament (Kain und Abel) bis zu Edgar Allan Poe (Detektiv Auguste Dupin), Sir Arthur Conan Doyle (Sherlock Holmes) und Agatha Christie (Miss Marple). Er erläuterte die Entwicklung und Entfaltung von populärer Massenliteratur (Trivialliteratur) beginnend mit den Einblattdrucken des 15. Jahrhunderts über die Groschenromane des 19. Jahrhunderts bis zu den Heftchenromane „Jerry Cotton“, die mit einer Auflage von 850 Millionen seit 1954 sehr erfolgreich sind. Die „Klagenfurter Kneipenkrimis“ nehmen bewusst die marktschreierische Cover-Gestaltung der Heftchenromane auf und siedeln ihre Handlung mit den Hauptfiguren Hubert Pogatschnig, Ludwig Melischnig (Hobbydetektive, je nach Perspektive genannt „Das Deppen-Duo“ oder „Die Zwei für die Gerechtigkeit“) und dem Chefinspektor Leopold Ogris in Klagenfurt an. Das aus der Filmindustrie bekannte Product Placement bringt Klagenfurter Firmen, Lokale und Institutionen in die Kriminalromane ein und finanziert darüber ihre Publikation. Die Verschränkung von fiktiver Handlung mit realen Klagenfurter Gegebenheiten nennt Zingerle „Interfiktion“ und meint damit einen eigenständigen Beitrag im literarischen Feld zu leisten.
Für Spannung und einige Erheiterung sorgte die Lesung der Geschichte „Mord am stillen Ort“ mit medialer Präsentation. Der Autor stand danach für Gespräche, Diskussionen und Rücksprachen zur Verfügung. Für Krimi-Fans sind Workshops an der Schule mit dem Autor angedacht.
Hermann Wilhelmer



