Exkursion Krakau/Auschwitz

Tag 1 Olmütz

Vormittags: Reise nach Tschechien. Am Nachmittag steht eine Stadtführung in Olmütz auf dem Programm. In Olmütz herrscht rege Bautätigkeit. Trotz Baulärms können wir unseren Guide dank der Audiohilfe gut verstehen. Erste Station: Wenzelskirche. Wir hören von der Geschichte des Erzbistums Olmütz, seinem einflussreichen Erzbischof und den unterschiedlichen Baustilen des Doms. Unser Stadtspaziergang führt uns vorbei an Kirchen, Museen und berühmten Barockbrunnen wie z.B. dem Neptunbrunnen, dem Jupiterbrunnen und dem Caesarbrunnen. Die Dreifaltigkeitssäule am Oberen Platz, die als Dank für das Erlöschen der Pest errichtet wird, kommt im Jahr 2000 auf die UNESCO Liste Weltkulturerbe. Olomouc ist heute eine Stadt mit hunderttausend EinwohnerInnen mit einer bewegten Geschichte. Römer, Germanen, Slawen, Schweden und Tschechen besiedeln zu unterschiedlichen Zeiten diese Stadt. Bereits zu Beginn unserer Reise werden wir mit dem Holocaust in Form von Stolpersteinen konfrontiert. Im 11. Jahrhundert sind die jüdischen BewohnerInnen bereits in einem Ghetto  isoliert. Mit der Installierung des Protektorats Böhmen und Mähren, ab dem 15. März 1939, wird die jüdische Gemeinde fast vollständig ausgelöscht. Die BewohnerInnen werden in Ghettos und Konzentrationslager transportiert. Heute gibt es in Olmütz wieder eine kleine jüdische Gemeinde.
Lukas Lesiak
Ilse Geson-Gombos

Vormittags: Fahrt nach Breslau - Polen. Am Nachmittag steht eine Stadtführung in Breslau auf dem Programm. Breslau, die Blume Europas, im Jahr 2016 gemeinsam mit San Sebastián – Spanien, Kulturhauptstadt Europas,  ist eine sehr lebendige Stadt. Das historische Zentrum, der Marktplatz am Großen Ring wird von eleganten Stadthäusern  im Stil der Renaissance, des Barock und des Jugendstils eingerahmt. Wroclaw, so der polnische Name für Breslau, blickt auf eine ereignisreiche Geschichte zurück. Unser Guide führt uns auf die Dominsel und die Sandinsel mit ihren prunkvollen gotischen und barocken Kirchen. Bei einem kurzen Zwischenstopp in der Markthalle werden Mitbringsel, wie die berühmten Zwerge Breslaus, erstanden. Fast an jeder Straßenecke wird ein freundlicher Themenzwerg begrüßt, bestaunt und fotografiert. Die Vorliebe der Breslauer für Zwerge geht auf eine studentische Protestbewegung der 80er Jahre zurück, die ihren Unmut über die herrschenden politischen Zustände zum Ausdruck bringt. Da ist der Barristazwerg, der Gefangenenzwerg, der Uniprofessorzwerg, der Gitarrenspielerzwerg, der Laternenanzünderzwerg,  der Clownzwerg, im italienschen Viertel der Pizzalieferantenzwerg und der Gelatozwerg und kurz vor Ende der Führung überraschen uns eine Unmenge an Philharmonikerzwergen. 520 Zwerge bevölkern derzeit die Stadt und es werden immer mehr.

Wir hören von der Festung Breslau, die vor Kriegsende vierzehn Wochen Kampfeshandlungen mit hohen menschlichen Verlusten an Zivilisten und Militär erlebte. Nach Kriegsende muss die mehrheitlich deutsche Bevölkerung aus Breslau flüchten und polnische Siedler aus den Osten kommen in die Stadt, um sie neu aufzubauen. Dies gelingt in einem hohen Maße, heute ist Breslau eine moderne, junge Universitätsstadt. Die älteste Universität, die Leopoldina , nach dem Habsburger Leopold I. benannt, wird 1702 eröffnet. Heute studieren 127.000 StudentInnen in Breslau, in Klagenfurt sind es derzeit um die 7000 Studierende. Die Firma Doppelmayr hat für den Transport der StudentInnen über die Oder eine Seilbahn realisiert, die stark frequentiert wird. Die im Jahr 2010 neu errichtete Synagoge zum Weißen Storch bietet nach umfassenden Renovierungsarbeiten 350 jüdischen MitbewohnerInnen ein neues spirituelles Veranstaltungszentrum.  
Ilse Geson-Gombos

Tag 3: Memorial Auschwitz-Birkenau

Vormittags: Fahrt zum Memorial Auschwitz-Birkenau. Wir hören die Geschichten von Rutka Laskier und Helga Pollak-Kinski. Rutka Laskier, ein polnisches jüdisches Mädchen aus Bedzin in der Nähe von Auschwitz, hinterlässt ein Tagebuch aus ihrer Zeit im Ghetto bevor sie und ihre Eltern nach Auschwitz deportiert werden. Die Mutter, der Bruder und sie sterben in den Gaskammern, der Vater überlebt den Holocaust, gründet eine neue Familie in Israel, Rutkas Halbschwester erforscht die Geschichte der Familie und trägt zur Publikation von „Rutkas Tagebuch“ bei. In der deutschen Übersetzung erscheint das Tagebuch im Jahr 2011.

Helga Pollak-Kinski, Tochter eines jüdischen Kaffeehausbesitzers in Wien, wird 1943 mit ihrem Vater und Verwandten in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort schreibt sie ein Tagebuch, das 2014 im Verlag Edition Room 28 veröffentlicht wird. Im Oktober 1944 steht sie mit ihrer Freundin in Auschwitz-Birkenau auf der Rampe und entkommt der „Selektion“ in die Gaskammern. Die 15-jährigen Mädchen werden in ein Arbeitslager verlegt. Helga Pollak-Kinski überlebt den Krieg und lebt heute in Wien wo sie als Zeitzeugin aktiv ist.

Wir kommen etwas verspätet im Memorial an und werden von unseren Guides im Eilzugstempo von Block zu Block geführt … vorbei an den überdimensional großen Vitrinen mit Haaren, einer Unzahl an Brillenfassungen, Schuhen und Kinderschuhen, Prothesen und Gehhilfen, Koffern und anderen Habseligkeiten. Parallel dazu hören wir Daten und Fakten des industriellen Mordens der Nationalsozialisten und finden es schwer das Gehörte als Realität zu fassen.  Nach dem Rundgang im Stammlager fahren wir mit anderen Gruppen zur Rampe in Birkenau und besichtigen die Überreste einer Vergasungskammer und eines Krematoriums. Zur rechten Hand davon befindet sich ein Gedenkplatz. Beim Hinausgehen bekommen wir noch die Möglichkeit eine Waschbaracke und einen Block, der ca. 600 Inhaftierte beherbergte, zu sehen.

Ein kurzes Treffen mit Peter Rössl, einem österreichischer Gedenkdiener im Memorial, beschließt diesen Nachmittag. Ein Besuch wie dieser will reflektiert und verarbeitet werden. Wir beschließen Postkarten an Rutka Laskier und Helga Pollak-Kinski zu verfassen, in welchen wir unsere Eindrücke und Gefühle verschriftlichen.
Ilse Geson-Gombos

Tag 4: Krakau

Unser Hotel Kazimierz befindet sich mitten im ehemaligen jüdischen Viertel von Krakau. Sylwia führt uns durch dieses Viertel und zeigt uns den jüdischen Friedhof,  mehrere Synagogen und jüdische Einrichtungen wie  das Jewish Community Centre. Wir erfahren viel über jüdische Alltagskultur wie z.B. koscheres Essen, Vorschriften zum Sabbat oder Schabbat, jüdische Begräbnisrituale und historisches zum Leben im Ghetto. Unser Guide führt uns auch zu Originalschauplätzen des Ghettos, die im Film Schindlers Liste vorkommen. Am Platz der Ghettohelden  hören wir die Geschichte von Julius Madritsch, der am Platz eine Apotheke führt und vielen Juden hilft.

In der ehemaligen Fabrik der Emailwaren von Oskar Schindler befindet sich das Museum „Fabryka Schindler“, das eine umfangreiche Aufarbeitung der Geschichte des Zweiten Weltkriegs und der Geschichte der Region bietet. Hitlers Statthalter in Polen, Hans Frank, auch Schlächter von Polen genannt, bestimmt über das Ghetto in der Stadt. Wir verfolgen die Wendung in Oskar Schindlers Leben vom Profiteur des Krieges zum Retter vieler Juden. Nach der Liquidierung des Ghettos im März 1943 verlegt Schindler seine Fabrik neben das Lager Plaszów, um seine Juden weiter beschäftigen zu können. Dort gelingt es ihm neben dem sadistischen Lagerkommandanten Amon Göth die Fabrik weiterzuführen.  Durch seine Beherztheit rettet Schindler über 1000 Juden vor dem sicheren Tod in Auschwitz.  Die Geretteten schenken Oskar Schindler nach dem Krieg einen Ring aus Zahngold, das Einzige das sie besaßen, mit dem Spruch „Wer nur ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt“. Wie Julius Madritsch erhält er neben anderen Auszeichnungen die Auszeichnung „Gerechter unter den Völkern“.
Ilse Geson-Gombos

Eindrücke Exkursion Krakau/Auschwitz 06-10 Februar 19

„So etwas Unmenschliches darf nie wieder passieren! Man darf es nie vergessen … unsere Generation muss es weitererzählen!“
Sarah Etzelsberger 3BHW

„Die Reise war sehr informativ, wichtig und interessant.  … Das Wichtigste war, dass unsere Gemeinschaft gestärkt wurde.“
Lach Miranda 3BHW

„Ich habe es gut gefunden, dass wir immer genug Zeit hatten, mit dem Erlebten umzugehen und es zu verarbeiten. Breslau war wunderschön, Auschwitz extrem bedrückend! PS: Danke!“
Johanna Laßnig 3BHW

„Ich bin dankbar für die Reise und den tollen Einblick in die polnische Kultur und in die Shoah. Es war mir eine Ehre die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau zu besuchen.“
Lukas Lesiak 3 BHW

Die Reise war wirklich sehr eindrucksvoll, besonders der Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Sehr schön war, dass wir uns alle gut verstanden haben und die Tage miteinander genießen konnten. Danke an alle Professorinnen für die Mühe, sie hat sich gelohnt!“
Lena Weninger 3 BHW

„Ich bin mit sehr viel Respekt in die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau  gegangen. Die Stadtführungen waren sehr informativ und interessant und ich habe jetzt einen guten Eindruck von Tschechien und Polen. Diese Reise werde ich sicher nie vergessen!“
Hudovernig Lena 3 BHW

„Die Reise war für mich sehr abwechslungsreich. Ich konnte jede erdenkbare Emotion in mir fühlen, von Trauer, Wut und Fassungslosigkeit im Memorial Auschwitz, bis hin zu Begeisterung und großem Interesse für die Städte Olmütz, Breslau und Krakau.
Noelle Drobisz 3 BHW

Die Exkursion war für mich sehr anregend, da ich noch nie in Polen war. Die Städte, die wir besuchten,  sind pulsierend und lebendig und die Menschen sind sehr freundlich.
Samuel Ortner 4 CHW

Bevor ich nach Polen reiste, hatte ich ein komplett anderes Bild von diesem Land. Ich dachte immer, dass die Menschen sehr arm wären und auch, dass das Land heruntergekommen sei. Jetzt habe ich dieses schöne Land gesehen und ich bin so froh, dass ich mitgekommen bin. Die verschiedenen Baustile der Kirchen und Häuser haben mir am meisten gefallen.
Mariam Hassan 4 CHW

„Ich will unbedingt wieder nach Polen reisen“
Susanna Herko 4 CHW

Ich bedanke mich bei allen, die uns die Möglichkeit gegeben haben die Gedenkstätte in Auschwitz, die verschiedenen Städte und das Museum in Krakau zu besuchen. Wir alle sind sehr glücklich darüber dabei gewesen zu sein!“
Meryem Amet 4 CHW

„Die Reise war für mich eine Gefühlsachterbahn und gleichzeitig eine sehr informative Reise.“
Lara Schmögl 4 CHW

„Von dieser Reise werde ich noch meinen Kindern erzählen und ihnen auch raten Polen zu besuchen.“
Nico Sprachmann 4 DHW

„Wir haben während dieser Reise viel gesehen, gelernt und nette Leute kennengelernt, aber das Wichtigste ist … wir haben das Nazi-Regime „mit Füssen getreten“.“
Mirzad Tihic  4DHW

„Viele falsche Vorurteile haben sich aufgelöst und sind zu unvergesslichen und guten Freundschaften geworden.“
Verena Baumann 4 AHM

„Keiner kommt von einer Reise so zurück, wie er weggefahren ist.“ Graham Greene – Ich bin zurückgekommen mit vielen schönen Erinnerungen, neuem Wissen und neuen Freundschaften. Danke!“
Moser Sarah 4 BHW

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