ERINNERUNGSKULTUR

ERINNERN FÜR EINE
FRIEDVOLLE ZUKUNFT

Initiativen wider das Vergessen

Jede*r Nachgeborene muss sich – bewusst oder unbewusst – die Frage stellen, ob sie bzw. er eine aktive Erinnerungskultur pflegen möchte oder die Erinnerung an den Holocaust lieber verdrängt. Zweifellos: Die WI’MO Klagenfurt hat sich der aktiven Auseinandersetzung verschrieben.

Projekte zur Erinnerungskultur besitzen seit vielen Jahren große Bedeutung. Bereits 2014 setzten sich Schüler*innen mit Werken aus der Serie Zeichnen gegen das Vergessen des Bildenden Künstlers Manfred Bockelmann auseinander. Inspiriert von Portraits von Kindern, die in den Jahren des Nationalsozialismus ermordet wurden, formulierten die Jugendlichen Briefe an die Opfer des Holocaust.

„Worauf sollen wir achten? Es ist wichtig, dass dieses Geschehen nicht vergessen wird und alle Nachgeborenen darüber aufgeklärt werden. Wir dürfen die vergangene Zeit nicht ignorieren oder ausblenden. [...] In der heutigen Zeit ist es unserer Meinung nach sehr wichtig, gut aufgeklärt zu werden, dass Faschismus und Diktatur nicht wieder vorkommen.“
Erinnerungskultur
Schüler*innen der WI'MO
Projekt „Zeichnen gegen das Vergessen“, 2014
„Was geschehen ist, können wir nicht mehr ändern. Das Einzige, was wir tun können, ist, aus der Vergangenheit zu lernen und uns vor Augen zu führen, was es bedeutet, wenn unschuldige Menschen diskriminiert und verfolgt werden.“
Otto Frank, Vater von Anne Frank | CC-BY Nationaal Archief
Otto Frank
Holocaust-Überlebender,
Vater von Anne Frank

Im Vordergrund steht immer wieder die aktive Auseinandersetzung mit Inhalten, die z.B. in Ausstellungen von Werken von Schüler*innen, aber auch von Lehrkräften mündet. Im Frühjahr 2019 füllten etwa unter dem Titel Sucht Euch nicht den leichteren Weg Bilder von Fachvorständin Heidi Cas-Brunner die Wände der Schule. Sie hatte die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau bewusst unscharf abgelichtet, um die Betrachter*innen dazu aufzufordern, innehalten und sich selbst einzubringen.

Ebenso herausragend ist das Engagement der Schüler*innen, die nicht nur im Unterricht sehenswerte Ergebnisse wie Ausstellungen erarbeiten, sondern auch selbstbewusst Jugendliche anderer Schulen mit historischen Inhalten konfrontieren und so als kompetente Guides durch die Geschichte fungieren.

Erinnerungskultur ist gelebte Schulkultur​: Beispielhafte Projekte

September 2022
Stolpersteine 092022 (8)
Projekt Stolpersteine

Schüler*innen der WI'MO reinigen die Stolpersteine in der Klagenfurter Innenstadt und setzen sich mit Aspekten der jüdischen Kultur auseinander.

Juni 2022
Hans-Maršálek-Preis für Projekte zur Erinnerungskultur

In Wien wird die WI'MO für ihr kontinuierliches Engagement im Bereich Erinnerungskultur geehrt.

Juni 2021
Gedenken im KZ Loibl

Zwei Schüler*innen nehmen an der Gedenkfeier im KZ Loibl Nord 2021 teil. Im Rahmen der Feier sprechen der Zeitzeuge Reginald Vospernik sowie der Historiker und Schriftsteller Martin Pollack.

Jänner 2021
Ausstellung von Yad Vashem

Schüler*innen der internationalen Klasse mit Jugendlichen aus dreizehn Nationen besuchen die Ausstellung Shoah - Wie war es menschlich möglich, die als Leihgabe der Holocaust-Erinnerungs- und Forschunsstätte Yad Vashem in Jerusalem zur Verfügung gestellt wird.

Oktober 2019
Erinnerungskultur in Kärnten

Anlässlich des Kärntner Landesfeiertags stellen sich Schüler*innen der Diskussion mit Dr. Daniel Wutti (Pädagogische Hochschule Kärnten) zum Thema 10. Oktober und Gedenkkultur. Dabei werden nicht nur die Entwicklungen rund um den Kärntner Abwehrkampf, sondern auch die Aussiedlung der Kärntner Slowen*innen 1942 sowie der Ortstafelsturm der Siebzigerjahre aufgearbeitet.

September 2019
Anne-Frank-Haus
Exkursion nach Brüssel und Amsterdam

Im Rahmen einer Exkursion in die europäischen Hauptstädte Amsterdam und Brüssel besuchen Jugendliche der WI'MO das Anne-Frank-Haus sowie das Haus der Europäischen Geschichte. Im Juni 2022 begeben sich neuerlich Schüler*innen aus Klagenfurt auf diese Spur.

April 2019
Sucht Euch nicht den leichteren Weg 2019 (2)
Fotoausstellung zur Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau

Unscharfe Bilder von Fachvorständin Heidi Cas-Brunner zwingen zum Sehen: Schüler*innen setzen sich unter dem Titel Sucht Euch nicht den leichteren Weg mit der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau auseinander.

Februar 2019
Auschwitz-Birkenau
Exkursion nach Krakau und Auschwitz

Eine Exkursion führt eine Gruppe der WI'MO über Olmütz und die europäische Kulturhauptstadt Breslau nach Krakau. In der polnischen Hauptstadt wird u.a. das Museum zu Ehren Oskar Schindlers besichtigt. Schließlich führt die Reise ins Memorial Auschwitz-Birkenau. Um die Eindrücke zu verarbeiten, wird eine Ausstellung zur Exkursion gestaltet.

Jänner 2019
Erasmus+-Projekt Eternal Echoes

Anlässlich des Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust präsentieren Schüler*innen die in Zusammenarbeit mit Wissenschafter*innen entwickelte Website Eternal Echoes - Teach und Learn about the Holocaust. Link: www.eternalechoes.org 

An diesem Erasmus+-Projekt beteiligten sich Vertreter*innen aus Litauen, Österreich, Polen, Rumänien, Schweden und Ungarn.

Zudem trafen Schüler*innen im Rahmen einer Gedenkstunde die Zeitzeugin Helga Feldner-Busztin.

Juni 2018
KZ Loibl Gedenken 2018
Gedenken im KZ Loibl

Als Stimme der Jugend nehmen die Schulsprecherinnen Julia Gruber und Mirjam Krobath sowie Juniorbotschafterin Meryem Amet an der internationalen Gedenkveranstaltung im KZ Loibl Nord teil.

Jänner 2018
Zeitzeugin Eva Umlauf
Zeitzeuginnengespräch und Fotoausstellung

Zeitzeugin Eva Umlauf liest anlässlich des Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust aus ihrer Biographie Die Nummer auf deinem Arm ist blau wie deine Augen und stellt sich der Diskussion mit den Jugendlichen sowie mit Landeshauptmann Peter Kaiser und Universitätsprofessor Peter Gstettner.

Im selben Monat werden Fotografien des Konzentrationslagers Mauthausen von Fachvorständin Heidi Cas-Brunner in der Aula ausgestellt.

Juni 2017
KZ Mauthausen 2017
Exkursion nach Mauthausen

Schüler*innen der WI'MO besuchen die Gedenkstätte Mauthausen. Sie formulieren folgendes Fazit:

„Wir verlassen Mauthausen mit dem Auftrag uns für die Demokratie einzusetzen, aber auch im Alltag wertschätzend und respektvoll miteinander umzugehen.“

Jänner 2017
Charlotte Knobloch
Zeitzeuginnengespräch

Wenige Tage vor dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust gastiert Charlotte Knobloch an der WI'MO. Die Zeitzeugin, seit 1985 Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, stellt sich den Fragen der Jugendlichen.