Wo Geschichte bewahrt wird: Ein Einblick ins Kärntner Landesarchiv
Im Rahmen des GPB-Unterrichts besuchten die 4AHW, 4AHM und 4BHM, begleitet von Prof. Patricia Schober, zu drei Terminen rund um Weihnachten das Kärntner Landesarchiv. In den einstündigen Führungen erfuhren die Schüler*innen von Judith Tarmann, im wissenschaftlichen Archivdienst tätig, und ihrer Kollegin aus der Restauration, Shirin Jacoby, zunächst Wissenswertes über die Geschichte und Aufgaben des Landesarchives und das Archivgebäude – das in der St. Ruprechter Straße liegt und damit nur einen Katzensprung von der WI’MO entfernt ist.
„Auch die verschiedenen Berufsbilder im Archivwesen und der Restauration wurden zum Thema gemacht und haben unseren nächstjährigen Maturant*innen ganz neue Perspektiven eröffnet“, erklärt Prof. Schober, „Welche Aufgaben im Bereich der Restauration anfallen können und wie wichtig eine temperierte Lagerung der Archivalien ist, wurde den Lernenden anschaulich vermittelt.“ Im Archiv ging es nach einem Abstecher zum öffentlichen Lesesaal in die nicht-öffentliche Sammlung der Archivalien, die sich über vier Stockwerke erstreckt und so viel Material umfasst, dass mit diesem ein Weg von Klagenfurt bis ins Rosental gelegt werden könnte.
Für die Klassen wurden von Frau Tarmann einige „Schmankerln“ vorbereitet: Dazu zählten die Millstätter Genesis, eines der ältesten bebilderten Bücher auf Deutsch, und das reich verzierte Sonnenberger Missale. Spannend war es auch, den Giftbeutel der Eva Faschaunerin zu sehen – und eine Ausgabe der Constitutio Criminalis Theresiana, die den Gerichtsprozess und die Folter der vermeintlichen Mörderin regelte. Ein weiteres Highlight ergab sich aus der Urkunde der Kärntner Volksabstimmung, die am 13. Oktober 1920 ausgestellt wurde, und einer der Wahlurnen, die bei der Abstimmung in Verwendung waren. „Wir bedanken uns für die spannende Einblicke in das Kärntner Archivwesen und seine Sammlung!“, resümiert Schober.
Das sagen die Schüler*innen
Lisa Loritsch: „Die Führung war interessant und es war spannend zu sehen, wie viel im Archiv gelagert ist. Auch das Restaurieren war interessant zu sehen und welche Materialien für das Restaurieren verwendet werden. Die Mitarbeiterinnen, die uns die Führung gegeben haben, haben sehr viel Wissen über das Archiv und haben uns das auch verständlich mitgeteilt.“
Agota Schekk: „Mir hat es besonders gut gefallen, dass sie für uns Handschriften zum Vorzeigen vorbereitet haben. Wirklich alle Bücher, die sie vorgezeigt haben, waren interessant zu anschauen. Ich hätte gerne noch mehr Zeit dort verbracht und noch andere Bücher angeschaut.“
Stella Lamprecht: „Die Führung hat mir sehr gefallen und persönlich finde ich diese alten Schriften und Bücher äußerst interessant. Gewundert hat mich außerdem auch, dass das Landesarchiv auch andere Gegenstände wie den Beutel mit Gift hat oder dass die Literaturen bis in das Mittelalter gehen. Zusammenfassend hat mir die Führung sehr gut gefallen und sie war sehr interessant.“
Hannah Wienerroither: „Ich fand es besonders cool, die historischen Schriftstücke anzusehen. Meiner Meinung nach war das Beste, die Bücher über den Ort zu sehen, wo ich selbst lebe, und die Urkunde von der Volksabstimmung. Außerdem habe ich es sehr interessant gefunden, als uns die Restauratorin erzählt hat, was alles zu ihrem Beruf gehört und wie man spezielle Dinge aufbereiten kann, ohne, dass sie ihren Wert verlieren.“





