Auch Ernährung hat Geschichte: 4AHW im kärnten.museum
Das kärnten.museum hat ein besonderes Highlight für die WI’MO in sein Programm aufgenommen: Führungen durch die Ernährungsgeschichte von der Steinzeit bis in die Gegenwart. Die 4AHW hatte somit als erste Klasse die Gelegenheit, an der dieser teilzunehmen – „…und wir haben dabei viel gelernt!“, so das allgemeine Feedback.
„Begonnen hat die Führung in der Urgeschichte, mit der Bronzezeit, in der schon Bier gebraut wurde. Da es aber noch keine Möglichkeit der Konservierung gab, musste dieses ‚leider‘ immer direkt ausgetrunken werden“, erklärt Prof. Patricia Schober, die die Klasse im Rahmen des Unterrichtsfaches Geschichte und politische Bildung begleitete. Einen Schwerpunkt der Führung stellte die Frage dar, woher man denn so etwas überhaupt wissen kann – und dabei spielen modernste Forschungsmethoden eine zentrale Rolle, um Rückstände auf Kochutensilien der frühen Menschen, deren Schädel und sogar Exkremente zu untersuchen. Zähne sind zum Beispiel Zeugen von der Entwicklung des Menschen hin zu einem Wesen, dass Fleisch verarbeiten und nicht mehr vom Knochen seiner Beute reißen muss – „…und dass erlaubt es uns übrigens auch, Englisch richtig auszusprechen!“, fügt Prof. Schober hinzu.
Es wurde ebenfalls erzählt, dass mit dem Kärntner Ritschert bis heute ein Gericht der keltischen Vorfahren gekocht wird. Sie aßen aber vor allem Fleisch vom Schwein, denn Hühner hielten erst mit den Römern Einzug in die heimischen Küchen. Die Römer brachten mit Wein, Olivenöl und Honig – mit dem die reichere Bevölkerung beizeiten Flamingo- und Pfauenfleisch verfeinerte – aber nicht nur Leckereien in die Region, sie verspeisten auch so viel vom Gewürz Silphium, dass sie die Pflanze schließlich ausrotteten.
Später lag der Fokus auf dem Mittelalter. Eine freudige Nachricht für alle Veganer*innen: Schon damals wurde Mandelmilch getrunken. Was heute freiwillig gemacht wird, war damals aber ein Ergebnis kirchlicher Vorgaben, die den Verzehr von Milchprodukten und Fleisch an Fastentagen verbot – und das waren immerhin an die 260 Tage im Jahr, wenn man es genau nahm. Ein weiteres mittelalterliches Schmankerl? Die Käsnudel! Damals natürlich noch ohne Kartoffel hergestellt, aber ansonsten recht ähnlich wie heute, gibt es aus dem Jahr 1384 das erste Rezept für die Kärntner Spezialität.
Schließlich fanden auch noch die Essgewohnheiten des Adels im Barock Eingang in den Rundgang durch das Museum – „Inklusive Schaupasteten, aus denen beim Anschneiden lebendige Schmetterlinge flogen, Flusskrebsschnecken – der Leibspeise von Maria Theresia und deren Tochter, Maria Anna, die in Klagenfurt lebte und ihren Konditor zu einem reichen Mann machte“, berichten die Schüler*innen.
Das sagen die Schüler*innen
Marie Weilenmann: „Die Führung im kärnten.museum hat mir gut gefallen, weil wir sehr viele verschiedene Einblicke bekommen haben. Zum Beispiel die Geruchsproben, welche wir bekommen haben oder dass wir selbst überlegen durften, welche Schicht was gegessen hat. Es war sehr spannend und ich konnte einiges dazu lernen.“
Sofia Leitner: „Ich fand die Führung sehr interessant, sie war nicht zu lange, sondern genau so, dass man einen guten Einblick über die verschiedenen Epochen bekommen hat.“
Ivy Fekonja: „Mir hat der Besuch sehr gut gefallen! Die Dame hat uns alles sehr gut erklärt und ich fand es sehr spannend, was wir heute alles gelernt haben. Ich mag so oder so Geschichte sehr gerne und hab somit viele coole neue Sachen gelernt!“
Annika Sprachmann: „Mir hat der Besuch im Museum sehr gut gefallen, da wir spannende Eindrücke über die Ernährung und die Essgewohnheiten der Menschen in den früheren Epochen bekommen haben.“




