„Viele junge Menschen wissen, dass etwas nicht stimmt. Sie spüren Überforderung, Druck, Verwirrung über den eigenen Körper, Angst vor dem Versagen. Sie fühlen sich falsch, obwohl sie alles richtig machen wollen. Und doch reden die wenigsten darüber“, schreibt Nathalie Berge im Programmheft zu Frank Wedekinds Frühlings Erwachen. Genau diesen Fragen stellte sich die 4AHM im Rahmen des Deutschunterrichts mit Prof. Gerda Ogris-Stumpf bei einem Theaterbesuch in der theaterHALLE11.
Das Junge Theater Klagenfurt brachte das Stück mit all seiner Wucht auf die Bühne: Erwachsenwerden, Sexualität, Aufklärung, Gewalt durch Erziehende, Selbstzweifel, Schulstress, Versagensangst, Abtreibung und Suizid. „Themen, die unter die Haut gehen und niemanden kalt lassen“, so Prof. Ogris-Stumpf.
Die Schüler*innen waren jedoch sehr angetan von der Inszenierung: „Ich hätte sogar noch mehr dafür bezahlt, so gut hat es mir gefallen“, betonen Antonia Tauschitz und Mona Grießer nach der Aufführung. Besonders berührt zeigen sich Luca Piffer und Lucas Kaiser von der Szene, in der sich eine Mutter schützend vor ihren Sohn stellte, als er in eine Erziehungsanstalt gebracht werden sollte. Auch auf dem Heimweg war die Diskussion lebendig. „Es war zwar zwischendurch sehr ernst, aber es ist so wichtig, dass diese Tabuthemen behandelt werden“, meint Anna Schmidt. Für Khulan Ganbold stand fest: „Es war viel besser, als einen Film anzuschauen – Theater hautnah zu erleben, war etwas ganz Besonderes.“
Ein Highlight für Victoria Lokajova: Ihre Schwester Karolina spielte in der Inszenierung mit. Ein weiteres Detail am Rande sorgte für Staunen: Schauspieler Engelbert Wuttej hatte einst an der WI’MO kaufmännische Fächer unterrichtet.
Die geplante Nachbesprechung musste leider entfallen, wird aber im Deutschunterricht nachgeholt – „…Gesprächsstoff gibt es jedenfalls genug,“ ergänzt Ogris-Stumpf.


