Sensibel für Gewalt: Ethikgruppe besucht Gewaltschutzzentrum
Am 24. Juni 2026 besuchte die Ethikgruppe des 1. Jahrgangs gemeinsam mit Prof. Gerda Ogris-Stumpf das Gewaltschutzzentrum in Klagenfurt. Ziel des Lehrausgangs war es, den Schüler*innen einen realitätsnahen Einblick in das Thema Gewaltprävention sowie in Unterstützungsangebote für Betroffene zu geben.
Gleich zu Beginn wurden eindrucksvolle Zahlen präsentiert: „95:5 – kein Fußballergebnis, sondern das Verhältnis von Gewalt von Männern gegen Frauen und umgekehrt.“ Diese Statistik sollten den Schüler*innen zeigen, wie ungleich Gewaltverhältnisse verteilt sind und regte die sie zum Nachdenken an. Im Vorfeld hatte sich die Gruppe bereits im Unterricht mit Themen wie Freundschaft, Beziehungen sowie deren positiven und problematischen Dynamiken auseinandergesetzt.
Darauf aufbauend wurde im Gewaltschutzzentrum ein besonderer Fokus auf sogenannte „Red Flags“ gelegt, die frühen Warnsignale in Beziehungen wie kontrollierendes Verhalten, Abwertung oder Lächerlichmachen. Den Jugendlichen wurde vermittelt, dass solche Verhaltensweisen ernst zu nehmen sind und erste Hinweise auf ungesunde Entwicklungen darstellen können.
Darüber hinaus erhielten die Schüler*innen grundlegende Informationen zu verschiedenen Formen von Gewalt – sowohl physischer als auch psychischer Natur – sowie zu möglichen Handlungsschritten für Betroffene. Eine zentrale Botschaft lautete dabei, Gewalt nicht zu verschweigen, sondern Hilfe in Anspruch zu nehmen und darüber zu sprechen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den vielfältigen Unterstützungsangeboten des Gewaltschutzzentrums. Diese reichen von Hilfe bei Stalking und Cybergewalt bis hin zu Unterstützung bei Gewalt in Familien oder Partnerschaften. Die Schüler*innen zeigten großes Interesse und nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen.
„Es ist gut zu wissen, wohin man sich im Notfall wenden kann“, meint Zara Graf. Valentina Klementin ergänzt: „Man hofft, dieses Wissen nie zu brauchen – aber es gibt Sicherheit.“ Auch die Arbeit der Mitarbeiter*innen vor Ort stieß auf großes Interesse. Es wurde ebenfalls vermittelt, dass regelmäßige Supervision und der Austausch im Team wichtige Voraussetzungen sind, um mit den belastenden Situationen professionell umgehen zu können.
„Der Lehrausgang bot den Schüler*innen wertvolle Einblicke und stärkte das Bewusstsein für einen respektvollen Umgang sowie für die Bedeutung von Unterstützung und Zivilcourage im Alltag“, so Prof. Ogris-Stumpf.

