„Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ bewegt Schüler*innen
„Was aus Neugier beginnt, wird zur Sucht. Was wie Freiheit aussieht, wird zum Käfig.“ Genau mit diesem Thema beschäftigt sich das Stück „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“. Die Produktion des Vereins Junges Theater Klagenfurt wird in der theaterHALLE 1 am Messeplatz unter der Regie von Angie Mautz aufgeführt. Die Inszenierung basiert auf den Berichten der drogensüchtigen Christiane F., die Ende der 1970er-Jahre durch Gespräche mit dem STERN-Magazin bekannt wurden und weltweit Aufmerksamkeit erregte.
Mit elf Haschisch. Mit zwölf LSD. Mit dreizehn Heroin. Die 13-jährige Christiane F. wächst in Berlin Gropiusstadt auf. Über diese Hochhaussiedlung sagte sie: „Es war eigentlich alles verboten und überall Schilder. Ein Schilderpark. Und die meisten Schilder verbieten natürlich Kindern irgendwas. Deshalb fing ich an, am Zoo abzuhängen.“ Gemeinsam mit anderen Jugendlichen sucht sie dort Nähe, Anerkennung und Halt. Schon bald gerät sie immer tiefer in die Drogenszene. „Der Rest ist Geschichte. Eine traurige Geschichte über ein Kind, das keines mehr sein durfte“, schilderte die Stern-Reporterin im Stück.
Doch ist diese Geschichte aus den 1970er-Jahren heute überhaupt noch relevant? Lesen Jugendliche das Buch noch? Die Reaktionen der Schüler*innen sprechen dafür. „Unsere Schüler*innen wollten dieses Buch unbedingt lesen, nachdem sie es in der Schulbibliothek entdeckt hatten. Sie waren mit großem Interesse bei der Sache und wollten unbedingt erfahren, wie die Geschichte von Christiane F. weitergeht und endet“, berichten die Professorinnen Anna Hutter, Edith Mair, Silke Sallinger und Patricia Schober, die gemeinsam mit den Klassen 1DHW, 2ABCHW, 4BHM die Aufführung besuchten.
„Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ zeigt weit mehr als eine Geschichte über Drogen. Das Stück erzählt von jungen Menschen auf der Suche nach Zugehörigkeit und Geborgenheit. Die gesellschaftlichen Herausforderungen haben sich zwar verändert: Heute heißt die Droge soziale Medien – die seelischen Folgen davon sind oft ebenso gravierend. Die Sehnsucht nach Anerkennung und Zugehörigkeit ist jedoch geblieben. Die zentralen Fragen sind nach wie vor aktuell: Wie viel muss ein Mensch aushalten, um dazuzugehören? Wir schnell wird aus Freiheit Flucht? Und warum sehen Erwachsene oft erst hin, wenn es zu spät ist? Mit diesen Gedanken beendet die Reporterin auf der Bühne das Stück.
Im Anschluss an die Aufführung hatte das Publikum bei einer Nachbesprechung die Gelegenheit, mit den Schauspieler*innen sowohl über das Stück und die darin behandelten Themen zu sprechen als auch persönliche Fragen zu stellen – etwa wie es ihnen während der Arbeit am Stück ergangen ist, wie sie zur Schauspielerei gekommen sind und wie sie sich auf ihre Rollen vorbereiteten.
„Das Junge Theater bringt diesen Stoff heute noch auf die Bühne, weil er weh tut. Weil er ehrlich ist. Und weil Theater genau dort beginnen muss, wo Wegsehen bequemer wäre“, schreibt die Regisseurin Angie Mautz in ihrem Vorwort. Gerade deshalb ist Aufklärung heute wichtiger denn je. Das Stück „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ leistet dazu einen wichtigen Beitrag.
Alina Widmann und Marie Ramusch (2BHW): „Uns beiden hat das Theaterstück sehr gut gefallen, da wichtige Themen wie Drogensucht aufgegriffen werden und darüber aufgeklärt wird.“
Hannah Niemetz und Allegra Rom (2BHW): „Uns hat dieses Stück auch sehr gut gefallen. Es war realistisch dargestellt und die Darsteller*innen waren sehr professionell und konnten ihre Rollen überzeugend verkörpern.“
Markus Nuck (2BHW): „Das Thema Drogensucht wurde realistisch und ohne Beschönigung gezeigt, was das Stück bis zum Schluss sehr spannend gemacht hat.“
Marina Buxbaum und Paulina Greß (2BHW): „Der Einblick in das Leben junger Heroinabhängigen hat uns sehr bewegt.“
Leonie Weigl und Katharina Bierbaumer (2BHW): „Wir würden das Stück auf jeden Fall weiterempfehlen. Besonders interessant fanden wir die Informationen über die Hauptfiguren am Ende der Aufführung, also wie es mit den Personen weitergegangen ist.“
Leonhard Schmautzer (1DHW): „Ich fand das Theater „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ sehr spannend. Die Schauspieler*innen haben ihre Rollen überzeugend dargestellt. Schade fand ich, dass Christianes Kindheit und die schwierige Beziehung zu ihrem Vater nicht gezeigt wurden.“
Valentina Santner, Alissa Jesse und Sophie Obermayer (1DHW): „Das Stück war sehr informativ und hat gezeigt, wie schnell man abhängig werden kann und wie schwer der Weg zurück aus der Sucht ist.“






