Open Skills Lab: Zweite Klassen feiern Projektdebüt
Nach der Grundlagenarbeit im Wintersemester war es so weit: Die Schüler*innen aus 2AHW, 2BHW und 2CHW realisierten erstmals Projekte im Rahmen des Open Skills Lab. Die Arbeitsergebnisse stellten sie nun ihren Familien sowie den Klassenvorständinnen Edith Mair, Vera Klutz und Patricia Schober vor.
Einblicke in die unterschiedlichen Vorhaben
Startklar fürs Berufsleben
Nicht nur fachlich sollen Jugendliche auf Praktika und den Einstieg ins Berufsleben durch die Schule bestmöglich vorbereitet werden, auch Abläufe in der Berufswelt sowie die professionelle Kommunikation wollen gelernt sein. Hier setzte das Projekt „Mein Job für die Zukunft“ an.
Prof. Anna Hutter erklärt: „Beim ersten Lehrausgang zum WIFI-Testcenter führten die Schüler*innen eine Potenzialanalyse durch. Auf Basis der Ergebnisse erstellten sie im Unterricht professionelle Bewerbungsunterlagen, die den Anforderungen der modernen Arbeitswelt entsprechen.“ Diese umfassen einen Lebenslauf und ein Motivationsschreiben in deutscher und englischer Sprache. Zudem mussten die Schüler*innen ein Bewerbungsvideo entwickeln, in dem sie ihre Motivation sowie ihre persönlichen Stärken und Fähigkeiten zum Ausdruck bringen.
Ebenso zentral war es, Impulse aus der Praxis zu erhalten. Prof. Kathrin Wutej: „Ein wesentlicher Faktor für den erfolgreichen Bewerbungsprozess ist eine überzeugende Selbstpräsentation. Das erfuhren wir auch bei Betriebsbesichtigungen.“
Konkret ging es zum Energiekonzern KELAG sowie zur BKS Bank, um die Arbeit im Bereich Personalmanagement kennenzulernen – und selbst Bewerbungsprozesse zu durchlaufen. „Ein sicheres Auftreten und das Vermeiden typischer Fehler sind eine gute Grundlage für eine erfolgreiche Bewerbung“, betonen die Projektleiterinnen.
Mit Stimmgewalt zu mehr Präsenz
„Ich finde das Projekt cool, weil ich neue Sachen dazugelernt habe. Ich habe wertvolle Stimmübungen erlernt, die mir helfen“, lautete das erste Feedback einer Teilnehmerin zum Projekt „Stage and Voice“. Gemeinsam mit Prof. Gerda Debenjak und Prof. Anita Pfennich tauchten die Schülerinnen in die Welt der eigenen Stimme ein und gewannen zugleich Einblicke in jene des Theaters.
Die Projektleiterinnen erklären: „Zu Beginn beschäftigten wir uns mit dem Aufbau des Stimmapparats und den Resonanzräumen des Körpers. In praktischen Übungen zu Sprechtechniken, Stimmtraining, Präsenz und Körperwahrnehmung setzten die Jugendlichen ihr Wissen um und stärkten ihr Auftreten, auch mit dem bewussten Einsatz von Stimme, Haltung und Ausdruck.“
Zur Vertiefung fanden zwei Workshops mit Marie Korb von der theaterpädagogischen Abteilung des Stadttheaters statt. Anschließend arbeiteten die Schülerinnen in Kleingruppen selbstständig an Themen ihrer Wahl und präsentierten ihre Ergebnisse der Gruppe.
Mehrere Besuche im Stadttheater ergänzten das Programm: Neben einer Backstage-Führung unterstützten die Schülerinnen ein Gruppenmitglied bei dessen Auftritt im Jugendtheaterclub und besuchten das Musical „Hello, Dolly!“.
„Die Rückmeldungen zeigen den nachhaltigen Nutzen des Projekts: Die Teilnehmerinnen berichteten von gestärktem Selbstbewusstsein, verbesserter Teamfähigkeit, einer deutlicheren Aussprache und einem bewussteren Umgang mit der eigenen Stimme“, freuen sich Debenjak und Pfennich.
Kreativität trifft digitale Praxis
Im Rahmen des „Photoshop Fun Lab“ lernten die Schüler*innen die professionelle Bildbearbeitung mit Adobe Photoshop kennen und setzten ihr erworbenes Wissen anhand eines realen Kundenauftrags in die Praxis um. „Ziel war es, kreative und professionelle Key Visuals für den Web- und Printauftritt der Praxis von Prim. Dr. Wolfgang Kukutschki zu entwickeln“, erklärt Prof. Peter Braumandl.
Zunächst erwarben die Jugendlichen Grundkenntnisse in der Arbeit mit der komplexen Software. Schritt für Schritt wurden die erlernten Kenntnisse durch fortgeschrittene Techniken und kreative Bildbearbeitungsmethoden erweitert und in praxisnahen Übungen angewendet. Prof. Elke Anderwald: „Auf dieser Basis entwickelten sie eigene Bildkonzepte, die den medizinischen Schwerpunkt der Praxis – Orthopädie, Sportchirurgie und Sportmedizin – modern, emotional und zielgruppengerecht in Szene setzen.“
Ein besonderer Höhepunkt war die Exkursion nach Graz: Im Museum der Wahrnehmung erhielten die Schüler*innen spannende Einblicke in die Themen Wahrnehmung und visuelle Gestaltung. Darüber hinaus boten Besuche bei der Werbeagentur BIGBANG und der Kleinen Zeitung Einblicke in professionelle Arbeitsabläufe der Kreativ- und Medienbranche und zeigten, wie kreative Ideen in der Praxis entwickelt und umgesetzt werden. „Auch und gerade in Zeiten von Künstlicher Intelligenz“, betonen die Projektleiter*innen.
Bewusst auf der Bremse
Von individueller Entschleunigung hin zu einer nachhaltigen Welt – dieser Route folgte das Projekt „Slow Down, Baby“. Prof. Marita Dohr und Prof. Victoria Engelhardt waren mit dabei: „Den Ausgangspunkt bildete die Erarbeitung der Sustainable Development Goals (SDGs), die als inhaltliche Basis für alle weiteren Aktivitäten dienten. Recherche und Diskussion verbanden wir mit dem Kennenlernen zahlreicher Kärntner Betriebe und Initiativen.“
Die Sozialen Betriebe Kärnten waren dafür ein wichtiger Ansprechpartner. „Sie betreiben unter anderem professionelle Sortier- und Aufbereitungsstätten sowie Second-Hand-Shops“, erklärt Dohr. Als Beispiel für einen verpackungsfreien Supermarkt erkundete die Gruppe die Kleine Freiheit Unverpackt, ein Musterbeispiel für Slow Food und zugleich ein Konzept, das zunächst viele herausfordert, für die Verpackungsmüll zum Alltag zählt.
Dass Entschleunigung eine persönliche Herausforderung darstellt, zeigte auch die Arbeit mit Mental-Load-Coach Sandra Sabitzer. Engelhardt: „Durch praktische Übungen wie Atemtechniken und eine Yoga-Nidra-Einheit vermittelte sie Schüler*innen einfache und schnelle Methoden, um Stress künftig besser zu bewältigen.“
Darauf aufbauend entwickelten die Jugendlichen eigene Produkte im Zeichen der Reduktion. Die Ergebnisse reichten von einer Entspannungsbox mit selbst hergestellten Produkten über ein Upcycling-Projekt mit Textilien bis hin zu einer Slow-Food-Landkarte mit Video sowie einer Kunstinstallation zum Spannungsfeld Fast versus Slow World.















