„Lebendige Geschichte“: Eine Ausstellung, die zum Nachdenken anregt
„Geschichte lebendig zu erhalten und aus ihr für die Zukunft zu lernen“ – mit dieser Botschaft eröffneten die Vortragenden die Wanderausstellung „Lebendige Geschichte“ und gaben den Schüler*innen diesen wichtigen Gedanken mit auf den Weg. Vom 13. bis 17. April gastierte die Ausstellung vom Verein Lila Winkel an unserer Schule im ersten Stock und bot allen Klassen die Möglichkeit, sie im Rahmen verschiedener Unterrichtsfächer wie Geschichte und Politische Bildung, Ethik, Religion, Deutsch, Psychologie zu besuchen.
Im Mittelpunkt standen die Lebensgeschichten jener Menschen, die sich als Minderheit einem mächtigen und gewalttätigen Terrorregime widersetzten. Auf mehreren Schautafeln werden die Lebensgeschichten der Opfer der NS-Zeit dargestellt. Besonders bewegend war für viele Schüler*innen die Tafel, die das Schicksal eines Familienmitgliedes einer Vortragenden behandelte: Elena Machne und Leonie Prepotnik (3BHM) berichteten, dass sie die Ausstellung als sehr informativ und eindrucksvoll erlebt haben. Vor allem die persönliche Erzählung der Vortragenden und die Einblicke in ihre Familiengeschichte hätten sie berührt. Ähnlich äußerte sich Jette Baumgarte (2AMW): „Es war wirklich sehr interessant, einen Einblick in die Familiengeschichte der Vortragenden zu erhalten.” „Für Schüler*innen ist es etwas völlig anderes, wenn Menschen über diese Zeit sprechen, die einen direkten familiären Bezug haben”, betonte auch Prof. Silke Sallinger.
Ein anderer besonders eindringlicher Aspekt der Ausstellung waren die farbigen Winkel, die die verschiedenen Opfergruppen kennzeichnete. Diese Symbole sprangen den Schüler*innen sofort ins Auge und machten deutlich, wie Menschen damals kategorisiert und entmenschlicht wurden. Den Opfern wurde nicht nur ihrer Freiheit beraubt, sondern auch ihre Namen und damit ein wesentlicher Teil ihrer Identität. Stattdessen wurden sie aus „logistischen Gründen“ auf Nummern reduziert – ein Zeichen der Entmenschlichung.
Gerade in einer Zeit, in der Gewalt, Ausgrenzung, Rassismus, Mobbing, Hass und Gruppenzwang auch heute noch präsent sind, wurde die zentrale Botschaft der Ausstellung besonders deutlich: „Für die Zukunft lernen, damit es eine Zukunft gibt.“ Und genau in diesem Zusammenhang gewannen Begriffe wie Gewissen, Zivilcourage und Mut für die Schüler*innen an Bedeutung, die ebenso im Rahmen der Wanderausstellung thematisiert wurden.
Auch die Schüler*innen der 3AMW nahmen viele neue Eindrücke mit: Mina Haderlap schilderte: „Die Vortragende hat sehr lebendig erzählt und trotz meines bereits vorhandenen Wissens konnte ich viele neue Informationen – insbesondere zum Spiegelgrund – mitnehmen.“ Melisa Čaušević beschrieb die Ausstellung als sehr interessant und zugleich tragisch, da sie verdeutlicht habe, wofür Menschen in dieser Zeit verfolgt und bestraft wurden. Katharina Pogatschnig (3BHW): „Mir hat gut gefallen, dass die Ausstellung sehr altersgerecht und verständlich vermittelt wurde.“
„Ein herzliches Dankeschön gilt dem Verein Lila Winkel für die Gestaltung der Ausstellung sowie für die hervorragende Organisation und den reibungslosen Ablauf“, so Prof. Sallinger.






