Geschlechterrollen neu denken: Die 3BHW zu Gast in der Arbeiterkammer
In den Konferenzräumen der Arbeiterkammer Kärnten fand heute die Veranstaltung „Gesellschaft gestalten – Geschlechterrollen neu denken“ statt. Organisiert wurde diese Veranstaltung von der Bildungsabteilung der Arbeiterkammer Kärnten. Gemeinsam mit Prof. Silke Sallinger nahm die 3BHW an diesem spannendem Austausch teil.
Den Auftakt bildete eine eindrucksvolle Keynote der Referentin Barbara Blaha. Sie zeigte auf, warum Frauen auch heute noch seltener Führungspositionen übernehmen, häufiger unterbrochen und oft schlechter bezahlt werden. „Besonders gelungen war dabei die Verbindung gesellschaftlicher Themen und Beispielen aus dem Alltag, die auch für die Schüler*innen greifbar und verständlich waren“, berichtet Prof. Sallinger.
Anhand von Filmszenen machte die Referentin deutlich, wie stereotype Darstellungen unser Denken beeinflussen können. Sie sprach beispielsweise über unrealistische Szenen, in denen Frauen häufig Männer fragen: „Was sollen wir jetzt tun?“ – „Darstellungen, die oft wenig mit der Realität zu tun haben, aber gesellschaftliche Bilder prägen“, erklärt Barbara Blaha. Außerdem thematisiert sie Begriffe wie Mansplaining, Manterruption und fehlende Anerkennung weiblicher Leistungen. Eine Aussage, die den Schüler*innen im Gedächtnis blieb und zum Nachdenken anregte, lautete: „45 Tage im Jahr arbeiten Frauen nach wie vor unbezahlt.“
Dieser Vortrag stieß bei den Schüler*innen auf großes Interesse. Nelly Tojka meinte: „Der Vortrag war sehr spannend. Besonders gefallen hat mir die Referentin am Anfang. Da waren erstaunliche und interessante Inhalte dabei.“ Auch Sonali Virk zeigte sich vom Auftakt begeistert: „Für mich war es sehr interessant zu hören, wie unterschiedlich die Lebensrealitäten von Frauen und Männern oft noch sind.“
Barbara Blaha betonte außerdem, wie wichtig kleine Schritte für gesellschaftliche Veränderungen sind. Viele Errungenschaften – etwa das Frauenwahlrecht oder die Selbstverständlichkeit, ohne Zustimmung des Ehemannes arbeiten zu dürfen – entstanden nicht über Nacht, sondern durch viele einzelne Initiativen und mutige Menschen. Ihre Botschaft war klar: Jetzt liegt es an der heutigen Generation, die nächsten Schritte zu setzen. Auch Johanna Eberhart zog ein positives Fazit: Der Vortrag war sehr informativ. Das Thema ist wichtig und wir haben heute viel Neues gelernt.“
Nach dem Impulsvortrag arbeiteten die Schüler*innen gemeinsam mit weiteren Teilnehmer*innen in Workshops weiter. In Kleingruppen wurden aktuelle Themen vertieft und gemeinsam diskutiert:
- Gleichstellung in der Arbeitswelt – Zwischen Gender-Pay-Gap und Künstlicher Intelligenz
- Geschlechterrollen auf Social Media – Zwischen Tradwives und Alpha Bros
- Geschlechterbilder im Wandel: Alltägliche Stereotype erkennen und aufbrechen
Gerade die Durchmischung verschiedener Altersgruppen wurde von vielen als bereichernd erlebt. Stella Brutti berichtete: „Ich fand das Thema sehr interessant und den Workshop sehr informativ. Besonders spannend war die Zusammenarbeit in Gruppen und der Austausch über unterschiedliche Sichtweisen.“ Auch Clara Gröblacher, Sophie Loibnegger, Julia Teubl und Samantha Zivny hoben die Vielfalt der Perspektiven hervor: „Durch die unterschiedlichen Altersgruppen konnten viele interessante Sichtweisen eingebracht werden.“ Katharina Pogatschnig betonte zusätzlich die Bedeutung des Themas Social Media: „Da wir zur jungen Generation gehören, konnten wir zu diesem Thema viel beitragen und mitdiskutieren.“ Stella Paulitsch fand es spannend zu hören, welche Erfahrungen andere Menschen bereits zum Thema Gleichberechtigung gemacht haben.
Zum Abschluss wurde bereits zur nächsten Veranstaltung eingeladen – und die Rückmeldungen der Schüler*innen waren eindeutig positiv. Der gemeinsame Tenor lautete: „Nächstes Jahr sind wir gerne wieder dabei!“
Fotos: AK Kärnten/Johannes Puch






